Please Scream Inside Your Heart

Paul Hiller

13. Feb — 12. Apr 22

Kunst-Insel am Lenbachplatz

Vor dem Hintergrund des blauen Himmels sieht man das weiße Gerüst einer Achterbahn, die in diesem Abschnitt steil von rechts oben nach links unten abfällt und gerade von einem fast vollen Wagen befahren wird.

„Abyss“ (Nagoya, 2019), 2022 © Foto: Paul Hiller

„Please Scream Inside Your Heart“, so wird es aktuell beim Betreten japanischer Achterbahnen empfohlen. Freude mit Vorsicht, Spaß trotz Gefahr; ein kontrollierter Adrenalinkick.

Mit dieser etwas skurrilen Anleitung im Hinterkopf können wir das Billboard nun betrachten und uns die Frage stellen, ob dies überhaupt möglich ist. Dabei vielleicht insgeheim einen kleinen Schrei vor Angst tief in unser eigenes Herz lassen, ohne dass es jemand mitbekommt. Die überdimensionale Größe der Fotos sowie deren erhöhte Lage über den Köpfen der Menschen versetzen die Betrachtenden in eine fast reale Situation und rufen dabei die Gefühle Sehnsucht und Angst hervor. Man kann von diesem Anblick ins Schwärmen geraten oder Alpträume bekommen. Beim Betrachten steigt die Aufregung und ein mulmiges Gefühl im Magen. Schon von unten denkt man: Kann hier etwas Schlimmes passieren? Werde ich lauthals losschreien müssen sobald ich selbst in die Tiefe stürze? Kann ich diesen Schrei überhaupt unterdrücken? Wäre es nicht die natürliche Schutzreaktion meines Körpers? Gehört der laute Schrei in einer Achterbahn nicht sogar zum Nervenkitzel und zum Erlebnis Vergnügungspark dazu?

Die zwei Fotos – „Abyss“ (Nagoya, 2019) und „Parachute“ (Tokyo, 2018) – sind in Japan mit einer 6×6 Kamera und einem Normalbrennweiten-Objektiv entstanden.

Paul Hiller, geboren 1984 in Görlitz, lebt und arbeitet in München.

Vor dem Hintergrund des blauen Himmels sieht man das weiße Gerüst einer Achterbahn, die in diesem Abschnitt steil von rechts oben nach links unten abfällt und gerade von einem fast vollen Wagen befahren wird.
„Abyss“ (Nagoya, 2019), 2022 © Foto: Paul Hiller
Vor dem Hintergrund des leicht bewölkten Himmels führt der Blick entlang einer riesigen Säule von unten nach oben. An einer kreisrunden Konstruktion am oberen Ende der Säule ist eine Art Gondel befestigt, die rechts in der unteren Hälfte des Bildes schwebt. Eine Person winkt von dort herab.
„Parachute“ (Tokyo, 2018), 2022 © Foto: Paul Hiller

Ort

Kunst-Insel am Lenbachplatz

Lenbachplatz
80333 München