Abendstimmung an der Isar, Menschen betrachten einen Film auf einer mobilen Videoplattform.

Flussabwärts denken, 2026 © Foto: Stefanie Zoche (Fotomontage)

Walk "Flussabwärts Denken - Mündung"

Die Mündung ist unserem Umgang mit der Dimension der Zeit gewidmet. Hier begegnen wir dem Schriftsteller Gert Heidenreich, der in seiner Liebeserklärung an Frau Atlantik auf die Ewigkeitsgifte trifft, die unsere Industriegesellschaft flussabwärts den Meeren überlässt. Heidenreich stellt unsere Zeitauffassung dem Sieben-Generationen-Prinzip der Irokesen gegenüber: Was immer wir heute tun, es darf das Wohlergehen der kommenden sieben Generationen nicht gefährden. Bei dem Umgang mit Atommüll hat unsere Zivilisation sich ein anmaßendes Zeitmaß geschaffen: hier geht es um Millionen von Jahren, man könnte von einer Plutonium-Ära sprechen, einem Seitenarm des Anthropozän.

Die Kulturanthropologin Jenny Garcia Ruales aus Ecuador wird uns die Verfassungsänderung ihres Heimatlandes erläutern. Ecuador sprach 2008 der Natur oder Pachamama in seiner Verfassung eigene Rechte zu. Pacha bezeichnet einen Kosmos, der sowohl Zeit als auch Raum einschließt, und erfasst die Verantwortung von uns Erdbewohner*innen, ähnlich dem Konzept der Irokesen.

Treffpunkt: Nördlich der Braunauer Eisenbahnbrücke