Jewmynka und die verlorene Zeit

Sima Dehgani

18. MÄR — 28. MAI 24

Kunst-Insel am Lenbachplatz

Jewmynka und die verlorene Zeit, 2024 © Foto: Sima Dehgani

Sima Dehgani dokumentiert Erinnerungen von Bewohner*innen des ukrainischen Dorfes Jewmynka, die während des Zweiten Weltkriegs für Zwangsarbeit nach München verschleppt wurden.

In ihrer fotografischen Annäherung spürt Sima Dehgani 2021 der Geschichte des ukrainischen Dorfes Jewmynka nach. 1943 wurden fast alle Bewohner*innen des Ortes verschleppt, viele nach München und einige davon nach Neuaubing. Nach Kriegsende kehrten die meisten von ihnen zurück. Ihr Leben wurde jedoch niemals wieder wie vorher.

Die Fotografin dokumentiert Geschichten und Erinnerungen sowie Lebensrealitäten von Zeitzeug*innen und ihren Familien. Die Verschleppung von Millionen Menschen aus ganz Europa und deren rücksichtslose Ausbeutung waren eines der großen Verbrechen des NS-Staats. Davon profitierten nicht nur die deutsche Kriegswirtschaft, sondern auch die öffentliche Verwaltung und nahezu alle Teile der deutschen Bevölkerung. Millionen Menschen wurden aus der Sowjetunion zur Zwangsarbeit in NS-Deutschland eingesetzt, darunter Männer, Frauen und Kinder. Sie wurden als Menschen zweiter Klasse behandelt, und diejenigen, die überlebten, wurden nach 1945 repatriiert und als Verräter an ihrem eigenen Land beschuldigt.

Das Thema war lange tabuisiert; etwas, worüber geschwiegen wurde. Sie zählten zu den vergessenen Opfern des Nationalsozialismus, bis im Jahr 2001 eine Debatte über Entschädigungsleistungen geführt wurde.

Die Arbeit entstand in Kooperation mit dem NS Dokumentationszentrum München.

Sima Dehgani, geboren 1985 in München, lebt in München und arbeitet international.

Jewmynka und die verlorene Zeit, 2024 © Foto: Tobias Hase
Jewmynka und die verlorene Zeit, 2024 © Foto: Tobias Hase

Ort

Kunst-Insel am Lenbachplatz

Lenbachplatz
80333 München

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