Seit 15 Jahren arbeitet Feda Wardak in seinem Heimatdorf im Bezirk Jeghatu, Afghanistan, wo er gemeinsam mit lokalen Handwerkern jahrhundertealte, durch Bombardierungen beschädigte Wasserkanäle repariert und renoviert. Dabei hat er beobachtet, dass Wassernetze, die an der Oberfläche sichtbar sind, das zugrunde liegende Wassermanagementsystem verständlich machen. So wird die gesamte bäuerliche Zivilgesellschaft in das Management einbezogen, und Wasser wird nach Wassereinzugsgebieten statt nach Verwaltungsgrenzen verwaltet.
Diese Erkenntnis hat Wardak dazu inspiriert, Werke zu schaffen, die er als Wassermaschinen bezeichnet. Diese Installationen sind eine Mischung aus Landschaftsgestaltung, Technik, Kunst und sensorischen Erfahrungen. Sie leiten Wasser aus bestehenden Netzen, führen es durch die Installation und bringen es wieder zurück. Ziel ist es, eine physische Beziehung zwischen Wasser und Mensch herzustellen und die Geschichte des Wassers durch die Mechanismen dieser Maschinen zu erzählen. Indem sie sich mit dem bestehenden Netz verbinden, werden sie Teil eines gemeinsamen Systems und machen dessen Schwachstellen sichtbar, während sie gleichzeitig mit dem jeweiligen Wassereinzugsgebiet in Verbindung stehen.
Das Projekt für München sieht den Bau einer neuen Wassermaschine in Form eines Krans vor, der auf der Kabelsteg-Brücke über der Isar platziert wird. An einer Seite des Krans hängt ein Rohr über dem Wasser, aus dem kontinuierlich Wasser in den Kanal fließt. Diese Anordnung schafft eine Illusion und wirft Fragen auf, wie die Rohre mit Wasser versorgt werden.
In der Arbeit des Künstlers ist die Frage „Woher kommt das Wasser?“ von zentraler Bedeutung, da sie Themen rund um Wassermanagementsysteme sowie deren Zugänglichkeit und Verständnis für die Zivilgesellschaft anspricht. Gleichzeitig erinnert das Projekt an die industrielle Nutzung von Wasserwegen und die Umleitung der Ressource durch Rohrleitungsnetze. Hier entscheidet sich der Künstler dafür, diese Netzwerke durch die Rohre sichtbar zu machen, um die Art und Weise zu hinterfragen, wie Landschaften entsprechend den dort ausgebeuteten Ressourcen gestaltet werden.
Feda Wardak, geboren 1991 in Peshawar, Pakistan, lebt und arbeitet in Paris, Frankreich.