Vielen hörenden Menschen ist nicht bewusst, dass fast jedes Land über seine eigene Gebärdensprache verfügt. Diese hat sich aufgrund physischer Barrieren wie Bergen und Meeren, Bildungszentren für Gehörlose und Ausdrucksformen kleiner Gemeinschaften ebenso natürlich entwickelt wie ihr gesprochenes Gegenstück.
Als in den USA erstmals ein Bildungssystem für taube Menschen aufgebaut werden sollte, reisten Pädagog*innen nach Europa und baten um Richtlinien und Unterstützung. Frankreich, das zu dieser Zeit bereits über ein ausgezeichnetes Bildungssystem für Taube verfügte, stellte die gewünschten Informationen bereitwillig zur Verfügung.
In ihrem Buch „A Historical and Etymological Dictionary of American Sign Language” (2015) analysieren Shaw und Delaporte die etymologische Entwicklung der amerikanischen Gebärdensprache von einer Mischung aus französischer Gebärdensprache, den Gebärdensprachen der nordamerikanischen Ureinwohner und anderen europäischen Gebärdensprachen bis hin zu ihrer heutigen Form.
Für ihre Arbeit „ABC (Always Be Communicating)” wählen Kim und Mader für jeden Buchstaben des Alphabets ein Wort aus dem etymologischen Wörterbuch von Shaw und Delaporte aus und entwickeln aus diesem Material abstrakte Animationen, die die etymologische Entwicklung der Sprache darstellen.
Christine Sun Kim, geboren 1980, lebt und arbeitet in Berlin.
Thomas Mader, geboren 1984, lebt und arbeitet in Berlin.
Ein Projekt in Kooperation mit dem Gehörlosenverband München und Umland e. V. (GMU).
Eröffnung
Freitag, 15. Mai, 19 Uhr
Begrüßung durch Public Art München mit Christine Sun Kim und Thomas Mader.
Die Eröffnung findet in deutscher Lautsprache, Englisch und deutscher Gebärdensprache (DGS) statt.
Zugang zur Passage: Stufenfrei / ebenerdig zugänglich. Rollstuhlgerecht. Barrierefreies WC in der Nähe.
Museum Signers
Als Teil des Projektes bieten die Museum Signers Führungen ausschließlich in Deutscher Gebärdensprache (DGS) an. Sieben Museum Signer führen monatlich in Deutscher Gebärdensprache (DGS) durch die Ausstellung. Sie wählen selbst aus, welchen Clip sie besprechen und was sie thematisieren: die Etymologie der jeweiligen Gebärde, den Dialog zwischen Deutscher und Amerikanischer Gebärdensprache oder ganz andere Hintergründe. Die Guides interpretieren die Clips aus ihrer eigenen Sprachperspektive.
Die Führungen werden in gesprochene Sprache gedolmetscht, sodass auch Nicht-Gebärdende teilnehmen können.
Führungen
Freitag, 26. Juni, 20 Uhr mit Lutz Pepping für queere Personen
Freitag, 03. Juli, 10.45 Uhr mit Sabrina Göb und Nur Sera Beysun für die Schulklasse (5. – 7. Klasse, Musenbergstraße)
Mittwoch, 19. August, 15 Uhr mit Godehard Ricke für Senior*innen
Donnerstag, 10. September, 11 Uhr mit Gül Sungul für taubblinde Personen
Samstag, 10. Oktober, 16.30 Uhr mit Birgit Fehn für die Taube Community
Samstag, 24. Oktober, 13 Uhr mit Stefan Bauer für die Taube Community
Workshops im Artothek Pavillon (Burgstraße 4, Innenhof)
Samstag, 30. Mai, 14 – 17 Uhr mit Sabrina Göb für Kinder
Mittwoch, 10. Juni, 14 – 19 Uhr mit Stephan Strasser für Erwachsene