Vielen hörenden Menschen ist nicht bewusst, dass fast jedes Land über seine eigene Gebärdensprache verfügt. Diese hat sich aufgrund physischer Barrieren wie Bergen und Meeren, Bildungszentren für Gehörlose und Ausdrucksformen kleiner Gemeinschaften ebenso natürlich entwickelt wie ihr gesprochenes Gegenstück.
Als in den USA erstmals ein Bildungssystem für taube Menschen aufgebaut werden sollte, reisten Pädagog*innen nach Europa und baten um Richtlinien und Unterstützung. Frankreich, das zu dieser Zeit bereits über ein ausgezeichnetes Bildungssystem für Taube verfügte, stellte die gewünschten Informationen bereitwillig zur Verfügung.
In ihrem Buch „A Historical and Etymological Dictionary of American Sign Language” (2015) analysieren Shaw und Delaporte die etymologische Entwicklung der amerikanischen Gebärdensprache von einer Mischung aus französischer Gebärdensprache, den Gebärdensprachen der nordamerikanischen Ureinwohner und anderen europäischen Gebärdensprachen bis hin zu ihrer heutigen Form.
Für ihre Arbeit „ABC – Always Be Communicating” wählen Kim und Mader für jeden Buchstaben des Alphabets ein Wort aus dem etymologischen Wörterbuch von Shaw und Delaporte aus und entwickeln aus diesem Material abstrakte Animationen, die die etymologische Entwicklung der Sprache darstellen.
Christine Sun Kim, geboren 1980, lebt und arbeitet in Berlin.
Thomas Mader, geboren 1984, lebt und arbeitet in Berlin.